Kriya Yoga
Kriya Yoga

Paramahansa Hariharananda

Der Meister, der das Kriya von vier Meistern empfing und in die Welt trug

Paramahansa Hariharananda (1907–2002) ist einer der grossen Kriya-Yoga-Meister des 20. Jahrhunderts. Schüler von Sri Yukteswar und dann von Paramahansa Yogananda, war es seine Besonderheit, dass er das Kriya von vier Meistern der Linie Lahiri Mahasayas empfing. Lange Jahre leitete er die Einsiedelei Sri Yukteswars in Puri; danach trug er das Kriya aus Indien hinaus, nach Europa und in die Amerikas. In der auf dieser Website vermittelten Linie ist er das Glied zwischen Sri Yukteswar und Paramapadma Dhirananda.

Wer war Paramahansa Hariharananda?

Ein bengalischer Mönch und Yogi des 20. Jahrhunderts, der sein Leben der Weitergabe des Kriya Yoga widmete. Mit bürgerlichem Namen Rabindranath Bhattacharya, wird er am 27. Mai 1907 in Habibpur im Distrikt Nadia in Bengalen geboren. 1938 tritt er in das Mönchsleben ein und erhält später den Namen Hariharananda Giri. Ein Mann des Studiums und der Stille ebenso wie der Hingabe, verbringt er lange Jahre in Indien, besonders in Puri — der Stadt, in der Sri Yukteswar seine Einsiedelei gegründet hatte. Seine Schüler nannten ihn liebevoll „Baba" (Vater), und die Überlieferung gibt ihm den Titel Paramahansa, der den höchsten Verwirklichten vorbehalten ist. Er stirbt am 3. Dezember 2002 in Homestead, Florida, im Alter von fünfundneunzig Jahren.

Von wem empfing er das Kriya Yoga?

Von vier Meistern, über zwei Generationen der Linie Lahiri Mahasayas — das ist der ungewöhnlichste Zug seines Weges. 1932, mit fünfundzwanzig Jahren, wird er von Sri Yukteswar Giri selbst in das Kriya Yoga eingeweiht. 1935 empfängt er aus den Händen von Paramahansa Yogananda, der für eine Zeit aus Amerika nach Indien zurückgekehrt war, eine höhere Stufe (das „zweite Kriya"). 1941 wird ihm von Swami Satyananda Giri eine weitere Stufe übertragen. Schliesslich wird er in den 1940er Jahren noch von Bhupendranath Sanyal Mahasaya unterwiesen, einem der letzten unmittelbaren Schüler Lahiri Mahasayas. So sammelte Hariharananda in einem einzigen Leben die Unterweisung von vier Meistern — von denen zwei, Sri Yukteswar und Yogananda, selbst grosse Gestalten der Linie sind.

Was für ein Meister war er?

Ein Meister von grosser Schlichtheit, ganz auf die Praxis ausgerichtet. Wer ihm begegnete, beschreibt einen demütigen, stillen Mann ohne Prunk, seinen Schülern ganz zugewandt — was schon sein Beiname „Baba" sagt. Er legte den Nachdruck auf die innere Erfahrung statt auf Reden, und auf die Beherrschung des Atems als Weg zu Stille und Licht. Wie die Meister der Linie vor ihm lehnte er jede Schranke von Kaste, Religion oder Nation ab: Das Kriya, lehrte er, wende sich an jeden aufrichtigen Menschen, welchen Glaubens auch immer. 1950 wurde er zum Acharya (Leiter) des Karar-Ashrams von Puri ernannt — jener Einsiedelei, die Sri Yukteswar gegründet hatte.

Was hat er geschrieben und weitergegeben?

Ein Werk, das das Kriya Yoga mit dem Herzen der grossen Schriften verbindet. Als grosser Gelehrter, bewandert in vielen Sprachen und Überlieferungen — der Bhagavad Gita, den Upanishaden, aber auch der Bibel, dem Koran und anderen heiligen Texten —, hinterliess Hariharananda mehrere Bücher. Die bekanntesten sind „Kriya Yoga — der wissenschaftliche Prozess der Seelenkultur" und ein umfangreicher Kommentar zur Bhagavad Gita „im Lichte des Kriya Yoga". In der Linie von „Die heilige Wissenschaft" seines Meisters Sri Yukteswar zeigt er darin die tiefe Einheit der Schriften des Ostens und des Westens, gelesen im Licht der inneren Erfahrung. Diese Weite trug ihm schon zu Lebzeiten den Ehrennamen eines „universalen Meisters" (Vishwa Guru) ein.

Was erzählt man von seiner geistigen Verwirklichung?

Die Überlieferung berichtet, dass er die höchsten Stufen der Kontemplation erreichte. Seinen Biographen zufolge gelangte Hariharananda 1948 zum Nirvikalpa-Samadhi, der höchsten Stufe der Versenkung, in der selbst Atem und Puls stillzustehen scheinen — jener „atemlose Zustand", den die Linie seit Lahiri Mahasaya als Zeichen der höchsten Verwirklichung beschreibt. Wie seine Vorgänger stellte er diesen Zustand nicht als eine vorbehaltene Kraft dar, sondern als die natürliche Frucht beständiger Kriya-Übung, im Grundsatz jedem beharrlichen Suchenden zugänglich.

Wie trug er das Kriya in die Welt?

Indem er, sehr spät in seinem Leben, Indien verliess, um auf mehreren Kontinenten zu lehren. Nach Jahrzehnten in Indien, an der Spitze des Karar-Ashrams von Puri, reiste Hariharananda 1974 nach Europa und 1975 in die Amerikas. Er gründete Kriya-Yoga-Zentren in mehreren Ländern — in Florida, in Österreich, in den Niederlanden, in Indien — und errichtete seinen Haupt-Ashram des Westens in Homestead, Florida. Bis in ein hohes Alter reiste er, um Suchende aus aller Welt einzuweihen und zu führen. So erfüllte sich weiter der Wunsch Babajis, ein Jahrhundert zuvor gefasst: dass das Kriya Yoga sich über Indien hinaus verbreite, bis in den Westen.

Welche Verbindung hat er zur hier vermittelten Linie?

Er ist ihr Glied zwischen Sri Yukteswar und den heutigen Meistern. Hariharananda empfing das Kriya von Sri Yukteswar (und von drei weiteren Meistern derselben Quelle) und gab es dann weiter. Unter seinen zahlreichen Schülern vertraute er es Paramapadma Dhirananda im 1977 an, der es an Kripanandamoyima im 1996 weitergab, die es heute in der Schweiz lehrt. 

Kriya Yoga heute leben

Kriya Yoga lernt man nicht aus Büchern: Seit Babaji und Lahiri Mahasaya wird es von Mensch zu Mensch weitergegeben, durch die Einweihung. Um diesen Weg kennenzulernen und zu üben, nimmt man am besten an einem Einführungsseminar teil.

 

Mehr dazu: Wikipedia-Artikel — Hariharananda.