Kriya Yoga
Kriya Yoga

Mahavatar Babaji 

Der Meister am Ursprung des Kriya Yoga

Mahavatar Babaji ist der Meister, der im 19. Jahrhundert das Kriya Yoga wieder aufleben liess und es an Lahiri Mahasaya weitergab. Die „Autobiographie eines Yogi" von Paramahansa Yogananda stellt ihn als „Mahavatar" dar — eine grosse Inkarnation, die seit Jahrhunderten im Himalaya lebendig geblieben ist. Von ihm stammt die auf dieser Website vermittelte Linie.

Wer ist Mahavatar Babaji?

„Babaji" bedeutet schlicht „verehrter Vater": von seinem wahren Namen, seiner Familie und seiner Geburt weiss die Geschichte nichts. Nach der „Autobiographie eines Yogi" lebt er in den Höhen des Himalaya, in der Gegend von Badrinath, und soll seinen physischen Körper seit Jahrhunderten bewahrt haben. Yogananda beschreibt ihn wie einen jungen Mann von etwa fünfundzwanzig Jahren, mit kupferfarbenem Haar, dessen Gesicht dem seines Schülers Lahiri Mahasaya erstaunlich ähnelt. Er soll mit einer kleinen Schar von Schülern von Gipfel zu Gipfel ziehen. Die Überlieferung nennt ihn „Mahavatar" (die grosse Inkarnation) und schreibt ihm zu, einst grosse Weise wie Shankara und Kabir eingeweiht zu haben. Sein Anliegen, so berichtet Yogananda, ist es, die Menschen von Kriegen und vom Materialismus abzuwenden und das Yoga im Osten wie im Westen zu verbreiten.

Wie liess er das Kriya Yoga wieder aufleben?

Das Kriya Yoga, eine sehr alte Meditationstechnik, war im Lauf der Jahrhunderte verlorengegangen. Nach dem Bericht, den Lahiri Mahasaya seinen Schülern anvertraute, begann alles im Herbst 1861 neu: Als junger Buchhalter der Verwaltung wurde Lahiri unerwartet nach Ranikhet im Himalaya versetzt. Dort rief ihn eine Stimme beim Namen auf dem Berg; er entdeckte eine Höhle und einen jungen Asketen, der ihm glich und ihm sagte, das Büro sei für ihn gebracht worden und nicht er für das Büro. Mit einer Berührung an der Stirn weckte Babaji in ihm die Erinnerung an ein früheres Leben. In der Nacht, so erzählt Yogananda, materialisierte Babaji mitten im Gebirge einen leuchtenden goldenen Palast und weihte Lahiri dort vor einem heiligen Feuer ins Kriya Yoga ein. Dann vertraute er ihm eine Aufgabe an: nicht im Himalaya zu bleiben, sondern als Yogi und Familienvater in der Welt zu leben, ein Vorbild für alle, die Gott suchen, ohne ihre Pflichten aufzugeben. So kehrte das Kriya, lange nur wenigen Einsiedlern vorbehalten, zu den Menschen zurück.

Warum wollte er, dass das Kriya allen gegeben werde?

Der Autobiographie zufolge bat Lahiri Mahasaya seinen Meister inständig, die alten Regeln zu lockern, die das Kriya wenigen erprobten Schülern vorbehielten. Babaji willigte ein: Das Kriya solle fortan frei an alle gegeben werden, die demütig darum bitten. Aus einem gehüteten Geheimnis wurde ein Weg, der gewöhnlichen Menschen offensteht — verheiratet, im Beruf stehend. Babaji soll dieses Versprechen der Bhagavad-Gita hinzugefügt haben: Schon ein wenig dieser Übung schützt vor grossen Ängsten und grossen Leiden. Diese Öffnung macht es bis heute möglich, dass das Kriya in einem Seminar weitergegeben wird.

Was erzählt man von seinen Wundern?

Die „Autobiographie eines Yogi" berichtet von mehreren Wundern — die Yogananda als von seinen Meistern empfangene Zeugnisse darstellt, nicht als gewöhnliche Tatsachen. Einmal soll sich Babaji in Moradabad vor einer Gruppe skeptischer Freunde Lahiris materialisiert haben; sie konnten seinen ganz realen Körper berühren und ein Mahl mit ihm teilen, ehe er sich ins Licht auflöste. Ein andermal soll er einen Schüler von einem schweren Karma befreit haben, indem er ihn mit einem brennenden Scheit berührte und einen angekündigten Tod in eine leichte Verbrennung verwandelte. Man erzählt auch, er habe einen verzweifelten Mann, der sich von einer Klippe gestürzt hatte, ins Leben zurückgerufen, um ihn danach als Schüler anzunehmen. In all diesen Berichten lautet die Botschaft gleich: Die Wahrheit verdient man sich durch aufrichtigen Glauben, nicht durch blosse Neugier.

Ist er wirklich unsterblich?

Das legt sein Beiname „todloser Meister" nahe. Nach der „Autobiographie eines Yogi" wurde ein Schüler namens Ram Gopal eines Nachts am Ufer des Ganges Zeuge einer aussergewöhnlichen Szene: Babaji, im Begriff, seinen Körper zu verlassen und sich in den unendlichen Strom zu ergiessen, verzichtete darauf auf Bitten von Mataji, seiner ebenfalls unsterblichen Schwester. Er soll damals versprochen haben, seinen physischen Körper nie aufzugeben und stets einer kleinen Zahl von Menschen auf der Erde sichtbar zu bleiben. Auf diesem Bericht beruht sein Ruf als unsterblicher Meister. Und doch zeigt ihn dieselbe Autobiographie voller Demut: Bei einer grossen Wallfahrt überraschte Sri Yukteswar Babaji dabei, wie er einem Asketen die Füsse wusch, und dieser sagte, er lerne so die grösste der Tugenden: die Demut.

Was ist das Versprechen von Babaji?

In der „Autobiographie eines Yogi" hinterlässt Babaji mehrere Versprechen für jene, die Gott aufrichtig suchen. Lahiri Mahasaya versichert er, dass es zwischen ihnen keine Trennung gebe: Wo sein Schüler auch sei, sobald er ihn rufe, werde er sogleich bei ihm sein. Lahiri fügt hinzu, dass es eine unmittelbare geistige Segnung anziehe, wenn man Babajis Namen mit Ehrfurcht ausspreche. Und schliesslich hat Babaji nach dem von Ram Gopal überlieferten Bericht versprochen, seinen Körper nie zu verlassen und auf der Erde gegenwärtig zu bleiben, einer kleinen Zahl sichtbar, solange dieser Weltzyklus dauert. Die Kriya-Tradition sieht darin die Zusicherung, dass der Meister des Himalaya unsichtbar die Bemühungen all jener unterstützt, die das Kriya mit aufrichtigem Herzen üben.

Welche Verbindung hat er zum Westen?

Babaji, so berichtet die Autobiographie, hat sich stets für die westliche Welt interessiert. Im Januar 1894 begegnete er bei der grossen Wallfahrt der Kumbha Mela in Allahabad Sri Yukteswar — dem künftigen Meister Yoganandas — und vertraute ihm eine Vision an: Ost und West müssten einen „goldenen Mittelweg" finden, der die materielle Tatkraft des einen mit der Spiritualität des anderen verbinde. Er kündigte ihm an, er werde ihm eines Tages einen Schüler senden, den er für die Verbreitung des Yoga im Westen ausbilden solle. Dieser Schüler war Paramahansa Yogananda. Am Vorabend von dessen Abreise nach Amerika, 1920, soll Babaji ihm persönlich erschienen sein, um ihn zu beruhigen: Er sei tatsächlich der Auserwählte, und das Kriya werde sich schliesslich in allen Ländern ausbreiten. Die gesamte Verbreitung des Kriya im Westen geht diesem Bericht zufolge auf den Willen Babajis zurück.

Welche Verbindung hat er zur hier vermittelten Linie?

Babaji ist der Ursprung der auf dieser Website vermittelten Linie. Von ihm ging das Kriya an Lahiri Mahasaya (1861), dann an Sri Yukteswar, an Paramahansa Hariharananda, an Paramapadma Dhirananda und schliesslich an Kripanandamoyima über, die es heute in der Schweiz lehrt. Dieselbe Quelle hat auch das weltweite Werk Yoganandas und seiner Self-Realization Fellowship genährt. Welcher Zweig es auch sei — alle berufen sich auf denselben Meister des Himalaya.

Kriya Yoga heute leben

Kriya Yoga lernt man nicht aus Büchern: Seit Babaji und Lahiri Mahasaya wird es von Mensch zu Mensch weitergegeben, durch die Einweihung. Um diesen Weg kennenzulernen und zu üben, nimmt man am besten an einem Einführungsseminar teil.

 

Mehr dazu: Wikipedia-Artikel — Mahavatar Babaji.